Warnung vor betrügerischen Gewinnversprechen

Am gestrigen Dienstag, 14.04.2020, gg. 09:38 Uhr, ging bei einer Dame (68 Jahre alt) aus Lockweiler erneut ein Anruf ein. Eine unbekannte Anruferin erklärte ihr, dass sie 49000 € gewonnen habe. Um diesen Betrag zu erhalten, müsste sie zuvor in einem Supermarkt Guthabenkarten (sogenannte Paysafe-Karten) im Wert von 900 € kaufen. Der Gewinn werde ihr dann von einer Notarin sowie 2 Sicherheitsleuten im Austausch gegen die Karten überbracht. Wie die Polizei ermitteln konnte, ist die von der Geschädigten auf dem Display ihres Telefons angezeigte Telefonnummer nicht vergeben.

„Sie haben gewonnen!“ Wer freut sich nicht, das zu hören. Wer aber eine solche Nachricht bekommt, per Telefon, E-Mail oder Post, sollte vorsichtig sein. Denn dabei handelt es sich meist um eine Betrugsmasche mit Gewinnversprechen. Die Methode ist immer die gleiche: Vor einer Gewinnübergabe werden die Opfer dazu aufgefordert, eine Gegenleistung zu erbringen, zum Beispiel ,,Gebühren“ zu bezahlen, kostenpflichtige Telefonnummern anzurufen oder an Veranstaltungen teilzunehmen, auf denen minderwertige Ware zu überhöhten Preisen angeboten werden.

Folgende Vorgehensweisen der Betrüger können beispielhaft genannt werden:

  • Gewinn nur gegen eine „Bearbeitungsgebühr“
    Sie melden sich zumeist per Telefon – manchmal auch per E-Mail – bei ihren Opfern und behaupten, diese hätten bei einem Gewinnspiel eine hohe Summe, einen hochwertigen Pkw oder anderen Sachwert gewonnen. Allerdings könne der Gewinn nur nach Zahlung einer „Bearbeitungsgebühr“ übergeben werden.
  • Anrufer geben sich u.a. als Rechtsanwälte aus
    Die Anrufer sind in Gesprächsführung gut geschult und wirken überzeugend. Um ihre Opfer in falscher Sicherheit zu wiegen, geben sie vor, im Auftrag von Rechtsanwälten und Notaren anzurufen und teilen den angeblichen Gewinnern eine Rückrufnummer für die weitere Gewinnabwicklung mit. Melden sich die „Gewinner“ darauf hin bei den „Notaren“ oder „Rechtsanwälten“, werden sie dazu aufgefordert, angeblich angefallene Kosten zu zahlen, bevor sie den Gewinn entgegennehmen können, zum Beispiel Rechtsanwalts-, Notar-, Bearbeitungs- oder Zollgebühren, Transport- oder Versicherungskosten.
  • Täter täuschen seriöse Rufnummern vor
    Die Täter verwenden für ihre Anrufe eine spezielle Technik, die es ermöglicht, auf der Rufnummernanzeige der Telefone ihrer Opfer eine andere Nummer anzuzeigen, zum Beispiel die Telefonnummer eines Rechtsanwalts, einer Behörde oder der Polizei.

Wenn Sie ebenfalls von solchen Leuten angerufen werden, die Ihnen etwas versprechen, gehen Sie am besten gleich zur Polizei und erstatten Anzeige. Auch wenn Sie bereits Opfer solcher Trickbetrüger geworden sind, sollten Sie sich nicht schämen.

Nur wenn Sie eine Strafanzeige erstatten, kann solchen Gaunern irgendwann das Handwerk gelegt werden.

Symbolfoto: Sabine van Erp