Zum Beginn der Osterferien führte das Museum Haus Ludwig in Zusammenarbeit mit dem Lokalen Bündnis für Familie in Saarlouis ein Kinder- und Familienfest durch. Im Rahmen der Ausstellung „Das ist doch keine Kunst“ mit den Werken der Künstler Ralph Ruthe, Joscha Sauer und Flix (Felix Görmann), wurde speziell den kleinen Besuchern ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. Mit dem erweiterten Angebot von Kaffee und Kuchen konnten die Ausstellungsstücke der prominenten Zeichner sowie Werke regionaler Jungzeichner ausgiebig betrachtet und über diese diskutiert werden.

Es gehört viel Mut dazu, eine Ausstellung mit dem Motto „Das ist doch keine Kunst“ zu betiteln, die in einem Museum ausgestellt wird, das für seine Kunstausstellungen bekannt ist. Jedoch wurde dieser Titel nicht von den Veranstaltern, sondern von den Künstlern gewählt. Hinter dem Motto und der Ausstellung stehen die derzeit wohl prominentesten und erfolgreichsten deutschen Comic- und Cartoonzeichner namens Ralph Ruthe, Joscha Sauer und Flix (Felix Görmann). Ihre Zeichnungen handeln von alltäglichen Situationen, politischen Betrachtungen, Ängsten, Wünschen, Hoffnungen und vielem mehr. Ihre Kunst besteht unter anderem darin, Figuren und Situationen in übertriebener Weise so darzustellen, dass es einem bei der bloßen Betrachtung der gezeichneten Figuren ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Der Zeichner Ralph Ruthe bezeichnete seine Werke einmal als „eingefrorene Bildwitze“. Einige ihre zumeist bunt gezeichneten Bildwerke erscheinen täglich in diversen Print- und Onlinemedien und laden Betrachter zum Nachdenken und Schmunzeln ein.

Bei Kurzführungen durch die Ausstellung ging Museumsleiterin Dr. Claudia Wiotte-Franz auf die einzelnen Stilrichtungen und Hintergründe der Zeichnungen ein. Dabei wurde unter anderem der Unterschied zwischen einem Cartoon und einem Comic erklärt, der besonders bei dieser Ausstellung einen entscheidenden Aspekt ausmacht. Von einem Cartoon spricht man, wenn sich eine gezeichnete Story oder Handlung auf ein Bild bezieht. Ein Comic hingegen besteht aus mehreren Bildern. Durch passende farbliche Untermalungen und knackige Textpassagen entsteht daraus ein fertiges Bildwerk. In der Ausstellung sind auch Skizzen, Zeichenbücher, To-Do-Listen, Storyboards und zum Teil auch frühe Versuche, die bis in die Kindheit der Künstler zurückreichen, zu sehen.

In der Kreativwerkstatt und im kreativen Museumskeller wurden für die unterschiedlichen Altersgruppen Mal- und Zeichenkurse angeboten. In der Kreativwerkstatt versuchten sich die jüngeren Gäste an eigenen Cartoons und Comics – ganz im Stil ihrer Vorbilder. Schnell wurde allen Beteiligten klar, dass nur ein weißes Blatt und Zeichenstifte alleine nicht ausreichen, um den „springenden Funken“ so darzustellen, dass er einem Außenstehenden die Geschichte hinter dem Gedankengang erzählt. Auch dieses wichtige Detail kann als Kunst bezeichnet werden, was den Zeichnern nach anfänglichen Schwierigkeiten aber sichtlich Freude bereitete. Innerhalb der letzten Wochen wurden viele Zeichnungen von jungen Museumsgästen, in Anlehnung der ausgestellten Zeichnungen erstellt und können im ersten Stock des Museums neben den Werken von Ralph Ruthe, Joscha Sauer und Flix (Felix Görmann) betrachtet werden.

Bei der Fotoaktion „Von der besten Seite“ konnten sich die Besucher vor unterschiedlichen Locations ablichten lassen. Neben den Abgelichteten selbst lag an diesem Tag der Schwerpunkt auf den farblichen Hintergrundmotiven. Durch die nachträgliche digitale Bildbearbeitung sahen die ausgedruckten Farbfotos verblüffend echt aus. Diese Eindrücke durften nach dem Digitaldruck kostenlos zur Erinnerung mit nach Hause genommen werden. Bei fair gehandeltem Kaffee und gesponsertem Kuchen der Firma Globus konnten alle Besucher des Ludwigs Kids Treff den Nachmittag gemeinsam im Museum verbringen. Im Museumscafé sorgte das Team von La Tienda mit fair gehandelten Produkten für das leibliche Wohl.

Die Ausstellung „Das ist doch keine Kunst“ kann noch bis zum 23. April im Museum Haus Ludwig besucht werden und findet in Kooperation mit der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen statt.

 

 

Foto: Sven Mohr